|
Bickelwörter als Rätselbilder |
|
|
|
|
Auf dem Hintergrund der unterschiedlichen Bedeutungsebenen von Äquivokationen entsteht so eine changierende Hin- und Herbewegung, sozusagen eine Symbiose von Bild und Begriff zum „flüchtigen” dichterischen Bild. Das funktioniert nur, wenn man sich auf ein Spiel mit Worten unterschiedlicher Bedeutung einlässt und damit dem Text seine „Beisteuer” (stiure) entrichtet, wie es von Wolfram gefordert wird. Das gelingt nur, wenn man sich theoretisch und gefühlsmäßig – und gleichzeitig kreativ – auf die Wirklichkeit und das Sprachgefühl des 12. Jahrhunderts einläßt. Es gibt keine andere wissenschaftliche Methode mit der man mittelalterliche literarische Texte bzw. Rätsel – außer mit solchermaßen zu entrichtender „Beisteuer” – „relativ einfach” und nachprüfbar lösen könnte.
|