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Bickelwörter sind demnach Wörter mit völlig unterschiedlichen Bedeutungen, die zugespitzt Sinn und Unsinn in sich vereinen, wie es rethorisch bei Äquivokationen der Fall sein kann. Demnach wäre es nicht überraschend, wenn „zwifel” sowohl „Zweifel” als auch „Zwei-Felligkeit” bedeutete, „nahgebur” (in den Hss. getrennt von „nach”) „Nachbar” und ohne das davon getrennt geschriebene „nach” „Vogelbauer” meint.
Das Besondere bei der Verwendung solcher Äqivokationen im Eingangsvers des Prologs durch Wolfram von Eschenbach ist, dass er ihre Mehrdeutigkeit bewusst als stilistisches Mittel einsetzt. Er erfand eine ebenso einfache wie geniale „Methode”, nämlich einem einzigen Wort, das man von seiner Bedeutung her ganz verschiedenen logischen Ebenen gleichzeitig zuordnen kann, im Text eine einheitsstiftende „Wirkung” als Zusammenspiel von Wort und Bild zuzumuten. Das wird beispielsweise dadurch erreicht, dass im Eingangsvers des Prologs dem „zwivel” als abstraktem Begriff die Vorstellung von „vel” als „Umhüllung” (Einengung!) und dem „herzen”, das darunter leidet, die Vorstellung vom „zweifel-haft” als „Haft” im Bild eines „Vogelbauers” assoziiert wird. Dabei können oder sollen das „Gerippe” von „Bauer” und „Brustkorb” gleichermaßen als „Bedrohung” empfunden werden.
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